Marokko schreibt WM-Geschichte: Rekorde nach dem 3:0 gegen Kanada
Marokko sammelt gegen Kanada WM-Rekorde und zieht mit einer historischen 3:0-Partie ins Viertelfinale ein.
Der 3:0-Sieg gegen Kanada war für Marokko mehr als ein klarer Erfolg. Er wurde zu einem Abend, an dem die Atlas-Löwen gleich mehrere Kapitel WM-Geschichte neu geschrieben haben. Mit dem Einzug ins Viertelfinale festigte die Mannschaft nicht nur ihren Status als Turnierüberraschung, sondern sammelte auch Rekorde, die weit über das Ergebnis hinausreichen.
Marokko steht damit erneut in einer Phase, in der aus einem starken Lauf eine historische Serie wird. Was in Katar 2022 bereits Eindruck machte, wirkt in dieser WM nicht wie ein Ausreißer, sondern wie die logische Fortsetzung einer Mannschaft, die längst gelernt hat, auf höchstem Niveau zu bestehen.
Ein Abend mit historischem Gewicht
Mit dem Sieg über Kanada wurde Marokko zum ersten arabischen Team, das in zwei verschiedenen Weltmeisterschaften das Viertelfinale erreicht hat. Dieser Befund ist nicht nur symbolisch wichtig. Er zeigt, dass die Mannschaft ihre Konstanz über mehrere Turniere hinweg bewahrt hat und nicht bloß von einem einzelnen starken Jahr lebt.
Hinzu kommt eine weitere Marke: Marokko hält weiter seine bemerkenswerte Serie gegen nordamerikanische Gegner bei Weltmeisterschaften. Der zweite Sieg gegen Kanada und der frühere Erfolg gegen Haiti unterstreichen, dass die Atlas-Löwen solche Duelle inzwischen mit einer großen Selbstverständlichkeit annehmen.
Ounahi schreibt Einzelgeschichte
Besonders im Fokus stand an diesem Abend Azzedine Ounahi. Mit seinem Doppelpack wurde er zum ersten marokkanischen Spieler, der in einem WM-K.o.-Spiel zweimal trifft. Damit reiht er sich in eine kleine, exklusive Liste afrikanischer Spieler ein, die diese Marke überhaupt erreicht haben.
Ounahi war aber nicht nur wegen seiner Tore entscheidend. Sein Auftreten zwischen den Linien, sein Mut im Ballbesitz und seine Ruhe im letzten Drittel gaben Marokko genau jene Mischung aus Kontrolle und Überraschung, die in K.o.-Spielen oft den Unterschied macht.
Sein erster Treffer hatte zudem eine symbolische Dimension: Er war das 100. Tor eines arabischen Teams bei einer Weltmeisterschaft. Mit dem dritten Treffer durch Soufiane Rahimi wurde diese Marke sogar noch weiter nach oben geschraubt. Solche Zahlen zeigen, wie weit die arabischen Nationalteams in der Turniergeschichte inzwischen gekommen sind.
Hakimi und Bono im Kreis der Größten
Auch individuell schrieb Marokko weiter an seiner Erfolgsgeschichte. Achraf Hakimi baute seine Bestmarke als afrikanischer Spieler mit den meisten WM-Einsätzen weiter aus. Jede weitere Partie vergrößert seinen Abstand zu einer Generation, die den Kontinent auf der größten Bühne des Fußballs sichtbar gemacht hat.
Yassine Bono zog ebenfalls an große Namen heran. Mit seiner Erfahrung, seiner Ruhe und seiner Präsenz im Tor ist er längst mehr als ein zuverlässiger Rückhalt. Er ist zu einer der prägenden Figuren dieser Mannschaft geworden, deren Stabilität auf der Linie oft die Grundlage für die offensive Freiheit davor schafft.
Díaz als Generator im allerletzten Drittel
Ein weiterer Schlüssel zur Dominanz gegen Kanada war Brahim Díaz. Mit vier Vorlagen in dieser WM gehört er zu den auffälligsten Vorbereitern des Turniers und zeigt, wie wertvoll seine Verbindung aus Technik, Übersicht und Tempo für Marokko geworden ist.
Díaz bringt eine Qualität ins Spiel, die Gegner schwer kontrollieren können: Er erscheint in engen Räumen, findet schnell den letzten Pass und kann Angriffe mit einer einzigen Aktion scharf stellen. Gerade in Spielen, in denen Marokko tiefere Läufe und präzisere Lösungen braucht, ist er ein zentraler Faktor.
Mehr als ein Ergebnis
Das 3:0 gegen Kanada war deshalb nicht einfach ein weiterer Sieg. Es war ein Statement. Marokko wirkt in diesem Turnier nicht wie eine Mannschaft, die auf ein gutes Los hofft, sondern wie ein Team, das seine Rolle selbst definiert.
Die Kombination aus Stabilität, individueller Qualität und taktischer Reife macht die Atlas-Löwen schwer berechenbar. Genau deshalb ist dieses Viertelfinale nicht nur ein weiterer Schritt. Es ist der Beleg dafür, dass Marokko in der Welt des Fußballs nicht mehr erklärt werden muss. Die Mannschaft liefert ihre eigene Geschichte – und sie schreibt sie weiter.